5 things I learned when I started studying

1. Stundenplan erstellen ist kompliziert

Früher in der Schule war am Stundenplan das Schwierigste, die Schrift des Lehrers zu entziffern. Oder vielleicht, sich das blöde Ding endlich zu merken und nicht nach jeder Stunde erst mal völlig planlos zu überlegen, wo man denn als nächstes hinmusste. Inzwischen denke ich da anders – vorgefertigte Stundenpläne, für die man selbst nichts machen, sondern einfach nur befolgen muss? HER DAMIT! In der Uni ist das nämlich leider ein bisschen anders: Da muss man sich das Ding selbst zusammenbasteln, was in meinen drei Semestern jedes Mal wieder zu einem halben Nervenzusammenbruch geführt hat.
Prinzipiell überschneiden sich die Kurse nämlich immer, sind zu unmöglichen Zeiten oder schneller voll, als man auf „anmelden“ klicken kann. Und wenn man dann doch mal irgendwo drin ist und das mit den Zeiten auch einigermaßen hinhaut, ändert sich wieder alles und man kann quasi nochmal komplett von vorne anfangen. Oder man stellt kurz vor Semesterbeginn fest, dass man die Hälfte der Kurse eigentlich noch gar nicht belegen darf, weil noch irgendeine Vorlesung aus dem letzten Semester fehlt. Hrmpf.

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2. Das Abitur ist einfach

Ich weiß noch, wie viele Gedanken ich mir vor dem Abi gemacht habe und wie viel Panik ich hatte. Für Englisch und Geschichte habe ich nicht wirklich viel gemacht und mir einfach nochmal die Harry Potter Filme im Originalton angesehen (ahhh, Hogwarts!) – aber Geschichte hat mich dezent kirregemacht. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, möchte ich am liebsten lachen und mit Freude anstatt der Prüfungen in der Uni nochmal das schriftliche Abi machen. Ich hätte im Vorhinein nämlich nie gedacht, dass Aufgaben zum Ankreuzen so kompliziert sein können!
Zuerst mal muss man die Frage verstehen, woran ich durchaus des Öfteren schon scheitere – warum muss das denn auch so blöd formuliert sein? Können die da bei der Uni kein Deutsch? Bei den verschiedenen Antwortmöglichkeiten geht es dann auch nicht unbedingt besser weiter – ich meine, eigentlich kann ich das Thema ja. Eigentlich. Eigentlich hab ich aber auch überhaupt keinen Plan davon und möchte einfach nur mit einer Tasse Tee und Netflix ins Bett, arghh!

3. Ich kann einen Haushalt schmeißen

Zugegeben, das ist etwas arg positiv formuliert – es gibt nämlich immer noch Tage, an denen ich einfach sämtliches Geschirr in der Spüle liegen lasse, mich weigere mein Bett zu machen und das Bad auch erstmal in seinem desaströsen Zustand verbleiben darf. Aber den Großteil der Zeit kriege ich es erschreckend gut hin, mich um meine Wohnung zu kümmern! Putzen, einkaufen, Wäsche waschen und die leeren Flaschen wegbringen: Läuft! Gut, wenn etwas kaputt ist, muss immer noch der Hausmeister oder Papa ran – schließlich bin ich Studentin und kein Handwerker, ne?

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4. Geld ist immer viel zu wenig da

Chronisch zu wenig Geld hatte ich zwar auch schon, als ich noch zu Hause gewohnt habe, aber immerhin war der Kühlschrank da trotzdem voll und ich musste nur auf neue Bücher oder Serien verzichten. Okay, das war zwar auch ein echter Weltuntergang, aber irgendwie habe ich es überlebt. Seit ich meine eigene Wohnung weit weg von daheim und nur einen bestimmten Betrag im Monat habe, ist das leider nochmal eine Ecke schlimmer geworden und ich habe ernsthaft angefangen, an mir zu zweifeln.
Ich meine, ich teile mir mein Geld gut ein, überlege am Anfang der Woche, was ich kaufen muss und schreibe alle Ausgaben auf – und Mitte des Monats ist trotzdem fast nichts mehr da. Könnte natürlich theoretisch daran liegen, dass ich meinen Konsum von neuen Büchern meiner neuen finanziellen Lage nicht wirklich angepasst habe und immer noch Schnappatmung bei sämtlichen Neuerscheinungen mit schönen Covern bekomme. Hm, vielleicht. Aber auch nur vielleicht!

5. Es gibt noch mehr Menschen, die so ticken wie ich

Aber das möglicherweise Schönste, das ich durch das Studieren gelernt habe: Ich bin mit meinen Macken und Eigenheiten nicht allein! Es gibt noch mehr Menschen, die verrückt nach Star Wars sind. Die ebenfalls kein Problem damit haben, einen ganzen Tag mit Tee und Netflix im Bett zu verbringen. Mit denen ich Kekse backen und das ganze Blech dann auf einmal essen kann. Die es genauso schlimm wie ich finden, sich mit Jeans aufs Bett zu setzen. Für die empirische Sozialforschung genauso langweilig ist. Mit denen ich sogar gerne Nudeln esse. Die alle Staffeln Supernatural durchgesuchtet haben. Und mit denen ich einfach einen ganzen Abend lang erzählen, Kahlua trinken und lachen kann! Kitsch ohne Ende, aber hey – so was darf einen doch glücklich machen, oder?

Erkennt ihr euch da in ein paar Punkten wieder?
Und was habt ihr so gelernt, als ihr angefangen habt zu studieren oder zu arbeiten?

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12 thoughts on “5 things I learned when I started studying

  1. Was für ein toller Post! :) Ich glaube, das ist einer meiner liebsten, die ich je bei dir gelesen habe. :D
    Ich finde mich eigentlich in jedem Punkt wieder – vielleicht nicht ganz in Punkt 2, ich fand mein Abi schon relativ entspannt und wusste, dass das nicht so weitergeht. :D Den wirklichen Stress im Studium habe ich trotzdem unterschätzt.
    Besonders wiederfinden kann ich mich im ersten Punkt :D Mir graust es jetzt schon davor, mich Semester um Semester wieder mit diesem blöööden System auseinandersetzen zu müssen. :D
    Aber auch Punkt 5 ist so so so wahr! Schon allein dadurch, dass man sich jetzt quasi auf einen Themenbereich „spezialisiert“, trifft man automatisch Leute mit ähnlichen Interessen etc. – und das ist echt klasse. :)

    Hmm, was ich bisher gelernt habe? Dass ich tatsächlich auf Leute zugehen kann. An meinem ersten Tag in der Uni realisierte ich urplötzlich, dass ich in einer fremden Stadt bin und niemanden kenne. Gar. Niemanden. Aber am Ende der Woche war ich auf mehr Menschen zugegangen als bisher in meinem ganzen Leben – vor allem die Bestätigung, dass ich doch noch Freundschaften schließen kann, ist klasse. :D
    Was ich sonst noch gelernt habe? Germanistik ist so ein unterschätztes Studienfach. :’D Das Ganze ist wesentlich stressiger und v.a. anspruchsvoller als gedacht, damit hätte ich niemals gerechnet! Aber so stressig es auch ist, es macht unglaublich Spaß, sich damit zu beschäftigen – generell mehr zu lernen. :)

    Okay, das ist jetzt ein langer Kommentar geworden, sorry. :D Wünsche dir ein tolles Wochenende, Mara!

    Posted on 19/11/2016 at 10:53
  2. Gerade die ersten Punkte sind halt tatsächlich so! Ich wohne ja noch zu Hause, da muss ich keinen Haushalt schmeißen und keine Lebensmittel kaufen, aber Schule war ja mal sooo einfach und stressfrei. Aber ich würde trotzdem nicht mehr zurückwollen. Dein Studium gefällt dir auch super, oder?

    Alles Liebe,
    Deliriumskind

    Posted on 19/11/2016 at 11:02
  3. Hihi, ja ich erkenne mich da auch wieder. Bei mir war es genau gleich, mittlerweile habe ich mein Studium abgeschlossen. Besonders wichtig war für mich der Punkt allein zu leben, da habe ich sehr viel in kurzer Zeit gelernt (lernen müssen;)).
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Posted on 19/11/2016 at 11:43
  4. Ein so toller Post, Mara! Hab mich bei einigen Sachen schon jetzt wiedererkannt – und dabei hat bei mir das Studium ja gerade erst angefangen :D Die Prüfungsphase stelle ich mir auf jeden Fall jetzt schon furchtbar vor!

    Posted on 19/11/2016 at 12:15
  5. Liebe Mara,

    ich erkenn‘ mich auch zu hundert Prozent in deinem Beitrag wieder. Bei mir ist mittlerweile das vierte Jahr in meinem Studi-WG-Zimmer angebrochen und ich kann total nachfühlen, wie sich die Dinge verändert haben.
    Klar, es ist schön, wenn man bei den Eltern ist, der Kühlschrank ist gefüllt, die Wohnung sauber, aber das Gefühl des Alleine Wohnens möchte ich trotzdem nicht mehr missen. Das entschädigt dann auch oft für die gähnende Leere im Kühlschrank, den kläglichen Rest Nudeln mit Pesto zum Abendessen und die Geschirr-Berge, weil man zu faul für den Haushalt war. :D Nur die Geldsorgen, die wäre man natürlich gerne los. Vor allem jetzt wo ich die Regelstudienzeit überschritten habe und das Bafög gestrichen wurde (shame on me, dass ich noch drei Monate länger für die Bachelorarbeit brauche….) ist es besonders schwer. Ich achte eigentlich schon immer darauf, was ich kaufe, vergleiche Preise usw. und trotzdem scheint es nicht zu reichen. Das ist etwas, was ich sicher nicht vermissen werde, aber ich denke im Endeffekt ist es gut, wenn man lernt auch mit wenig Geld zurecht zu kommen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Julia

    Posted on 19/11/2016 at 12:15
    1. Geht mir auch so! Zuhause hat man zwar weniger Probleme, aber alleine zu wohnen möchte ich trotzdem nicht mehr hergeben! Man lernt da einfach so viel über sich selbst und wird unabhängiger! :)

      Posted on 22/11/2016 at 11:28
  6. Was für ein wunderwunderschöner Post. Ich sitze zwar nicht an der empirischen Sozialforschung, dafür aber genau in diesem Moment an der Deskriptiven Statistik und da ist so ein Blogpost für zwischendurch echt Balsam für die Seele. Bei Psychologie überschneidet sich zum Glück so ziemlich gar nichts bei den Kursen – Stundenplan erstellen ist bei uns also relativ einfach. Für die Seminare melden wir uns über Papier an, heißt du musst nicht schneller als die anderen sein, sondern darfst nur die Frist nicht verpassen.

    Beim letzten Punkt muss ich dir so zustimmen! Es ist wirklich so ein Egoschub, wenn man merkt dass man mit seinen Eigenheiten nicht alleine ist.

    Nochmal: So ein toller Post! XX Ana http://www.disasterdiary.de

    Posted on 19/11/2016 at 12:55
  7. Ein wirklich sehr süßer Post :)
    Ich selbst habe ja nicht studiert, aber gerade das Ausziehen in eine eigene Wohnung und dass kein Geld da ist kenne ich auch :D
    Ich arbeite zwar, aber mit einem Einstiegsgehalt und einer Wohnung ist das Leben oftmals nicht so einfach xD

    Posted on 19/11/2016 at 14:50
  8. Hach ein so toller Post, mir kommt alles, bis auf den eigenen Haushalt (wohne ja derzeit zu Hause, was dem Geld geschuldet ist, dass ist für mich die günstigste Lösung) und muss somit keinen eigenen Haushalt schmeißen. Aber ganz ehrlich, gerade wenn es in der Uni so richtig stressig wird, dann genieße ich das Hotel Mama noch mal so richtig. Eine eigene Wohnung hatte ich jedoch während der Ausbildung, somit weiß ich das Haushalt auch ziemlich stressig ist.

    Ich muss aber gestehen, dass ich es gut finde, dass ich meinen Stundenplan selbst planen kann. Bei mir geht es deshalb nie um 10 Uhr los, den Luxus nutze ich also voll aus, solange ich noch kann. Aber gerade in diesem Semester hatte ich auch große Probleme in die Seminare reinzukommen, was aber das erste Mal der Fall gewesen ist. Das hat mich auch viele Nerven gekostet und ich dachte am Ende schon, dass ich kaum in der Uni sein werde. Zum Glück hat ein Dozent, in dessen Seminar ich unbedingt wollte, weil der Inhalt sehr interessant ist, uns noch aufgenommen (ich freue mich da auch jede Woche drauf) und in einem anderem das zeitlich passte waren noch ein paar Plätze frei. Glück gehabt.

    Geld ist bei mir auch immer zu wenig da und das ist der Punkt, der für mich auch am schwersten ist. Durch die Ausbildung bin ich es ja gewöhnt eigentlich finanziell Unabhängig zu sein und jetzt bin ich wieder komplett abhängig von meinen Eltern. Ist nicht leicht, ne große Umstellung und belastet mich sehr. Freue mich deshalb schon darauf, wenn ich endlich arbeiten kann und mir endlich wieder all meine Serien Lieblinge, Filme und Bücher leisten kann. Ich bin da einfach ein großer Nerd.

    Das Schönste ist aber echt, dass ich ebenfalls Leute kennen gelernt habe, die die gleichen Interessen wie ich habe. In meinem Freundeskreis bin ich ja echt der einzige Serienjunkie, wobei meine Beste nun auch auf den Serien Geschmack gekommen ist, aber lange Zeit konnte das niemand so wirklich verstehen, warum ich da so ein kleiner Junkie bin. An der Uni habe ich dann massenweise Menschen kennen gelernt, die genau das gleiche wie ich schauen, eine große Vorliebe für Harry Potter haben und sich lieber mal einen Abend verquatschen oder Netflix schauen, anstatt Party zu machen. Da habe ich auch gemerkt, ich bin nicht der einzige Nerd :). Wobei ich auch durch das Bloggen viele kennengelernt habe, die auch die gleichen Vorlieben haben.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Da haben wir ja echt die komplett gleiche Ansicht, geht mir genauso. Aber irgendwann werde ich in 50 Shades wohl mal reinlesen, schon alleine um mal zu sehen, ob der Hype berechtigt ist.

    Posted on 20/11/2016 at 17:57
  9. Gerade in punkto Geld, geht es wohl fast allen genauso =)

    Neri von Lebenslaunen

    Posted on 20/11/2016 at 18:11
  10. Ehrlich gesagt halte ich das Bett machen für vollkommen überbewertet. Ich leg mich doch abends eh wieder hinein.
    Bei mir wird es tatsächlich nur gemacht, wenn ich Besuch erwarte und ich bin vollkommen zufrieden damit :D

    Posted on 27/11/2016 at 16:28
  11. Sehr cooler Post! Ich kann das total nachvollziehen. Das mit dem Stundenplan und der Anmeldung zu den Modulen ist immer wieder ein Abenteuer für sich. Und im Nachhinein fand ich das Abi auch gar nicht so schwer. Vor allem vom Lernaufwand her ;)
    Und mit Empirie kann man mich auch jagen xD
    Liebe Grüße
    Sarah

    Posted on 15/12/2016 at 08:57