rezension tausend nächte aus sand und feuer

Inhalt:
Lo-Melkhinn hat schon dreihundert Mädchen auf dem Gewissen, bevor er in ihr Dorf kommt, um sich eine neue Braut zu suchen. Als sie die Staubwolke am Horizont sieht, weiß sie, dass er das hübscheste Mädchen im Dorf mitnehmen wird: ihre Schwester. Aber das wird sie nicht zulassen. Stattdessen kehrt sie selbst mit dem geheimnisvollen Wüstenherrscher in seinen Palast zurück. Der Tod scheint ihr sicher, doch am nächsten Morgen ist sie immer noch am Leben. Von nun an erzählt sie Lo-Melkhinn jede Nacht eine neue Geschichte und jeden Morgen erwacht sie mit einem magischen Funken in sich, der von Tag zu Tag mächtiger wird … via randomhouse.de

rezension tausend nächte aus sand und feuer

Auf „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ habe ich mich wahnsinnig gefreut, da ich ja seit „The Forbidden Wish“ total im Orientfieber bin und ein Buch nach dem anderen mit diesem Schauplatz verschlingen könnte. Trotzdem fällt es mir jetzt etwas schwer, das Buch zu bewerten, da es wirklich sehr speziell ist und meine Erwartungen komplett über den Haufen geworfen hat. In einigen Rezensionen wird „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ mit „Zorn und Morgenröte verglichen“, da die Thematik bei beiden Büchern wohl ziemlich ähnlich ist. Ich habe letzteres allerdings nicht gelesen; deswegen kann ich dazu leider auch nichts sagen!

Aber zurück zum Wesentlichen! Die Protagonistin unserer Geschichte bleibt namenlos, ebenso sämtliche Charaktere bis auf Lo-Melkhinn. Am Anfang ist mir das gar nicht so sehr aufgefallen, aber spätestens nach ein paar Kapiteln wird man bei Anreden wie „mein Bruder“, „die Mutter meiner Schwester“ und „Lo-Melkhinns Mutter“ schon etwas stutzig. Allerdings finde ich es gar nicht weiter schlimm, da man sich so immerhin nicht mit hunderten von verschiedenen Namen herumquälen muss.

rezension tausend nächte aus sand und feuer

Den Schreibstil des Buches finde ich wirklich grandios; poetisch, etwas ausschweifend und verzaubernd. Eigentlich mag ich so etwas gar nicht, hier hat es allerdings durch das Setting und die dem Buch zugrunde liegende Handlung perfekt gepasst. E.K. Johnston schafft es, die raue Wüstenlandschaft und vor allem die jeden Abend von der Protagonistin erzählten Geschichten lebendig werden zu lassen – großer Pluspunkt!

Nur leider fiel es mir etwas schwer, mich mit ihr zu identifizieren, da sie eben hauptsächlich nur das tut: Geschichten erzählen. Diese beinhalten zwar durchaus auch Aspekte ihres früheren Lebens; trotzdem blieb die Hauptfigur ziemlich blass und ohne besondere Ecken und Kanten. Auch handelt sie nicht wirklich, sondern verbringt den Großteil des Buches damit, mit Leuten kryptische Gespräche zu führen und auf ihren Tod zu warten. Hier wäre etwas mehr Eigeninitiative wünschenswert gewesen!

rezension tausend nächte aus sand und feuer

Die eigentliche Handlung hatte meiner Meinung nach großes Potential : Grausamer Herrscher nimmt sich jeden Tag eine neue Frau und tötet diese in der Nacht. Dann kommt die Eine, die es mit ihren Geschichten schafft zu überleben und mit jedem verstreichenden Tag mächtiger wird – da hätte man wirklich so unglaublich viel draus machen können! E.K. Johnstons Idee gefällt mir auch richtig gut, nur war der Hintergrund von Lo-Melkhinns Verhalten leider schon recht früh klar, weswegen gegen Ende die Spannung gefehlt hat. Nichtsdestotrotz war ich positiv davon überrascht, dass es in „Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ mal keine kitschige Liebesgeschichte gab, sondern sich die Geschichte ganz auf sich selbst konzentriert und die Protagonistin ihren eigenen Zielen folgt. Daumen hoch!

Fazit:
Tausend Nächte aus Sand und Feuer“ gefällt mit Sicherheit nicht jedem, da das Buch vom Gewohnten abweicht und seinen eigenen Weg geht. Wer allerdings gerne Bücher mit einem poetischen Schreibstil liest, Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“ mag und keine Liebesgeschichte braucht, der sollte sich E.K. Johnstons Werk ganz sicher nicht entgehen lassen!

rezension tausend nächte aus sand und feuer

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3 thoughts on “Book review: Tausend Nächte aus Sand und Feuer

  1. Das Buch habe ich auch schon bei vielen auf youtube gesehen und von der Geschichte klingt es wirklich so wie Zorn und Morgenröte.. Schade eigentlich, aber wenn es inhaltlich doch etwas in eine andere Richtung geht, dann ist das ja nicht schlimm. Habe also beide noch nicht gelesen.
    Dir scheint es aber ganz gut gefallen zu haben :)

    Danke für deinen lieben Kommentar bezüglich meiner Bilder ♥ Hat auch echt Spaß gemacht die Bilder gegenüberzustellen!

    Posted on 04/06/2016 at 20:44
  2. Liebe Mara,
    ich weiß, das kommt etwas spät, aber danke für deine lieben Worte. Dein Kompliment bedeutet mir wirklich viel.

    Alles alles Liebe,
    Charlotte Leonie

    Posted on 07/06/2016 at 20:59
  3. Ahoy Mara,

    nach dem Beenden dieses Buches habe ich ewig gezögert, wie ich es bewerten soll. Denn technisch war es meines Erachtens perfekt, aber der Funke wollte irgendwie nicht überspringen. Mittlerweile habe ich mich entschieden und muss sagen, dass dieses Buch auf jeden Fall eines ist: Außergewöhnlich!

    Ich lasse dann mal frech meinen Link und liebe Grüße da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/06/tausend-nachte-aus-sand-und-feuer.html

    Posted on 13/06/2016 at 21:22